Es gibt fast keinen Grund nicht zu laufen

Es gibt fast keinen Grund nicht zu laufen

Mir fällt nur ein Grund ein nicht zu laufen, eine körperliche Einschränkung. Für alle anderen Nichtläufer fällt mir kein Grund ein. Keine Sorge, ich will niemanden bekehren, aber ich erzähle gerne von meinen persönlichen und positiven Erfahrungen.

Vielleicht verschaffe ich einigen Entmutigten oder Laufwilligen einen kleinen Anstoß, weiterzumachen oder anzufangen.

Laufhistorie

In der Schulzeit gab es Sportunterricht und das Laufen lag mir. Fünf Kilometer waren meine bevorzugte Strecke, dort konnte ich gute Noten sammeln. Laufen für gute Noten war in Ordnung, aber nicht in der Freizeit.

In der Zeit bei der Armee musste ich laufen. Ich musste, mir blieb nichts anderes übrig. In meiner Freizeit spielte ich mit Freuden Squash.

Ich habe keine Laufhistorie. Meine Laufzeit fing erst mit Ende 30 an.

Wie alles anfing

Beruflich eingespannt hatte ich keine Zeit und es gab keinen Grund für Sport. Mir ging es körperlich gut und die Zeit war knapp. Das änderte sich im Lauf der Zeit, viel Sitzen, viel Auto fahren, viele Zigaretten.

Ich war mit meinem Sohn in Frankfurt am Flughafen und auf dem Weg nach Los Angeles. In Kalifornien gibt es wenige Ecken zum Rauchen. Meine Bekannte in Los Angeles, bei der wir wohnten, hasste Zigarettenqualm. Auf dem Flug von über elf Stunden war Rauchverbot.

Irgendwie war ich des Rauchens leid. Die passende Gelegenheit damit aufzuhören. Es war eine spontane Entscheidung. Meine Zigaretten flogen am Flughafen in den Müll und ich war ab sofort Nichtraucher.

Die Initialzündung

Innerhalb weniger Wochen stieg mein Körpergewicht von 85 auf 93 kg. Nicht schlimm, bei 190 cm Körperlänge, ist das alles noch in Ordnung. Doch der Wohlfühlfaktor war weg. Das Mehrgewicht verteilte sich nicht gleichmäßig über den Körper, es befand sich hauptsächlich in der Mitte. Der Wohlfühlfaktor war weg, besonders im Sitzen.

Ich genieße gutes Essen und gutes Trinken und darauf wollte ich nicht verzichten. Für den Wohlfühlfaktor half nur Sport.

Mein erster Lauf

Ich kramte alte Turnschuhe, der erste Fehler, aus der Ecke, starte in einem Waldstück bergauf, der zweite Fehler, und machte Tempo, der dritte Fehler. Nach 200 Metern rang ich hechelnd nach Luft und mein Kopf war leuchtend rot. Ich dachte ich würde sterben.

Von so einem Start kann ich jedem abraten. So ein Start macht keinen Spaß und ist gesundheitlich sehr gefährlich. Mehr dazu später.

Die ersten vier Wochen

Nach der ersten Ernüchterung machte ich mich ein wenig schlau. Ein Pulsmesser musste her. Nach einer ungefähren Bestimmung meiner maximalen Herzfrequenz versuchte ich, in einem mittleren Pulsbereich zu laufen.

Ich kam mir unglaublich langsam vor, aber ich hielt mich eisern daran. Laufen ist kein Rennen.

Nach zwei Wochen war ich erstaunt, wie schnell der Körper reagierte und sich durch das Training änderte. Ich schaffte eine halbe Stunde locker durchzulaufen. Es fing an, Spaß zu machen.

In der dritten Woche fing ich an, zwischendurch das Tempo zu ändern. Der eine oder andere kleine Hügel kam dazu. Mein Puls ging zwischendurch über meinen eingestellten Bereich, es piepte am Handgelenk, aber auf gerader Strecke ging er wieder runter.

Es war an der Zeit für ein Paar richtige Laufschuhe. Es wurde ein Auslaufmodell einer bekannteren Marke, sie passten und fühlten sich beim Laufen gut an.

Drei Monate Laufen

Angespornt von den ersten Erfolgen wurde das Laufen zur täglichen Routine. Nie zwanghaft, immer mit Überwindung, aber nach jedem Lauf Stolz es geschafft zu haben.

Ich wohnte in Düsseldorf im Zooviertel und es waren nur wenige Meter in den Zoopark. Von der Haustür zwei Runden Zoopark und zurück waren es 30 Minuten. Eine ideale Strecke und Zeit vor der Arbeit.

Ich schaffte fünf Mal die Woche die Runden im Park. Am Wochenende ging es für 45 bis 60 Minuten auf eine Waldstrecke.

Nach drei Monaten war ein Effekt eingetreten, den ich nicht erwartet hatte. Ich war auf 85 kg runter, ohne Einschränkungen bei Essen und Trinken.

Laufen und nicht Laufen

Ich hielt mein Laufpensum einige Jahre ein. Es gehörte zur täglichen Routine. Ich fühlte mich fit, mein Gewicht blieb bei 85 kg. Für den Wohlfühlfaktor opferte ich gerne 30 Minuten am Tag.

Mit Änderungen in den Lebensumständen änderte sich mein Laufverhalten. Ich war beruflich aufgestiegen und viel im Dreieck Berlin-Köln-Kiel unterwegs.

Neue Laufstrecken machten das Laufen abwechslungsreicher. Laufstrecken, wie Berlin-Spandau um Havel und Zitadelle, von Strande bei Kiel zum Leuchtturm an der Ostsee, um den Maschsee in Hannover oder um die Außenalster in Hamburg wurden fest eingeplant.

Trotz schöner Laufstrecken wurde aus dem Laufen mehr ein Nichtlaufen. Wenn ich zweimal die Woche schaffte, war froh. Aus Routine wurden Ausnahmen und die Zeiten zwischen Läufen größer. Ich hatte ein Lauftief.

Aufgeben wollte ich nicht. Zu stark waren die positiven Effekte in Erinnerung. Ich machte in den nächsten Jahren zwei bis drei Jahren viele Versuche regelmäßig zu laufen. Aus den Versuchen wurden drei bis vier Läufe und dann lief nichts mehr.

Motiviert zum neuen Start

Meine Beharrlichkeit wurde belohnt. Ich wollte nicht aufgeben. Mein Gewicht war aus dem Wohlfühlbereich auf 93 kg rauf und ich fühlte mich schlapp. Den ganzen Tag am Schreibtisch, viel Kaffee und Zigarillos. Ja, der Qualm war wieder da.

Ich brauche nicht jedes technische Gimmick zum Laufen, aber für mich war es etwas Eigenmotivation. Eine Pulsuhr mit GPS kam ans Handgelenk und ein iPod mit Hörbüchern in die Laufjacke.

Ich schaffte es wieder, etwas regelmäßiger zu laufen. Immer noch mit vielen Lücken, aber die mangelnde Zeit zum Lesen ersetzte ich durch Hörbücher. Das war mein erster Motivationsschub.

Bisher war Laufen für mich eine isolierte Geschichte. Ich lief für mich alleine und hatte keinen Austausch mit anderen Läufern. Manchmal braucht es länger sich auf einfache Lösungen zu besinnen.

Ich laufe heute immer noch alleine. Das Anpassen an den Rhythmus und Geschwindigkeit eines Mitläufers ist nichts für mich. Ich brauche mein eigenes Tempo und das zu jeder Zeit, wie ich es will.

Der richtige Motivationsschub kam durch die Verknüpfung über die sozialen Netzwerke innerhalb der Familie. Nun teilen wir unsere Läufe und Ergebnisse miteinander. Kein Wettbewerb über Geschwindigkeit oder Strecke, aber ein Zugzwang ist da und der innere Schweinehund verliert öfters. Nun sehe ich, dass es regelmäßiger geht. Andere machen es auch, warum ich nicht.

Ich bin wieder dabei. Seit über einem Jahr läuft es sich wieder gut. Im Winter war es weniger, aber das ist in Ordnung. Ich muss nicht laufen, aber ich kann, wenn ich will und ich will.

Meine Lieblingsstrecke ist 10 km lang. Wenn es gut läuft, sind es die 15 km. Ich fühle mich fitter und mein Gewicht ist wieder auf 85 kg.

Neue Laufziele

Vor ein paar Wochen habe ich mir den Syltlauf angeschaut, 33,333 km. Was für eine Strecke. Am Ziel kamen viele Läufer entspannt an, einige etwas fertig. Besonders beeindruckend war ein kleinerer Mann im Alter von 76 Jahren, der zwar zwei Minuten über der geplanten Zeit von vier Stunden das Ziel erreichte, aber 33.333 Meter über die Insel lief. Was für eine Leistung, Hut ab!

Ich werde wahrscheinlich nie einen Marathon laufen. 42,195 km ist eine Quälerei. Vielleicht irgendwann einmal, damit ich weiß, wie es ist.

Im Juni werde ich einen Halbmarathon auf Fehmarn mitlaufen. 15 km bin ich einige Mal gelaufen, da werde ich mit Training die 21 km schaffen, hoffentlich.

Mein Tipps zum Laufen

Ich bin kein Profiläufer, aber aus eigener Erfahrung habe ich folgende Tipps.

  • Ab einem gewissen Alter sollte sie vor dem Laufen ihren Arzt fragen.
     
  • Die ersten Tage (nicht Wochen) sind schwer, da müssen sie durch.
     
  • Hören sie auf ihren Körper, er sagt ihnen, wann eine Pause notwendig ist.
     
  • Das Tempo ist nicht wichtig. Sie brauchen keine Rekorde, sie brauchen Freude am Laufen.
     
  • Wenn technische Gimmicks sie motivieren, nutzen sie alle, aber laufen sie auch einmal ohne.
     
  • Laufschuhe – Marke egal, Farbe egal – sie müssen sich darin wohlfühlen. Im Zweifelsfall im Fachgeschäft beraten lassen.
     
  • Laufkleidung: Anfangs hatte ich eine alte Turnhose und alte T-Shirts und es reichte aus. Heute habe ich ein paar Laufhosen und Laufshirts. Es läuft sich darin angenehmer, aber nicht schneller. Marke egal, Farbe egal – Laufen ist keine Modenschau.
     
  • Wenn andere Leute schauen, vollkommen egal! Sie laufen für sich und nicht für andere. Es ist nur Neid, selber den Hintern nicht hochzubekommen.
     
  • Bringen sie Abwechslung ins Laufen. Wenn ich mit meiner Frau an Wochenenden auswärts unterwegs bin, habe ich Laufsachen dabei. Es klappt nicht immer, aber wenn die Gelegenheit da ist, macht es Spaß eine andere Strecke zu laufen. Unter www.laufstrecke-messen.de stelle ich mir vorher eine passende Laufstrecke zusammen.
     
  • Teilen sie ihre Läufe mit anderen. Für mich ist das eine große Motivation. Ich nutze mittlerweile die Software Runtastic auf dem iPhone. Wer der gleiche Software nutzt und seine Läufe teilen möchte, kann mich gerne auf Runtastic (Name: Franc Apel) hinzufügen.

 

Zum Abschluss ein paar Worte zur Schuhpflege von Laufschuhen. Während übliche Schuhe, wenn sie von guter Qualität sind und gepflegt werden, über 10 Jahren halten können, ist die Lebenszeit von Laufschuhen deutlich kürzer.

Die Lebenszeit ist stark von ihren Laufgewohnheiten abhängig. Meine Laufschuhe haben jetzt über 800 km runter und es wird Zeit ein zweites Paar zu kaufen. Selbst wenn keine äußeren Schäden erkennbar sind, wird die Dämpfung jenseits der 1.000 km abnehmen.

Eine übertriebene Laufschuhpflege ist nicht notwendig. Zwischendurch abgebürstet und alle paar Wochen nass gereinigt reicht bei meinen Laufschuhen aus. In der nassen Jahreszeit bekommen sie zum Schutz etwas Imprägnierspray.

Jetzt die Laufschuhe an und an die frische Luft.

Wer sich über Laufschuhe umfassend informieren möchte findet auf der Seite "Laufschuhe24" viele hilfreiche Informationen und ein kostenloses E-Book.

Start frei und laufen

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