Schuhbürsten, Polieren und Glanz

Schuhbürsten, Polieren und Glanz

Häufig werden wir gefragt, wie Schuhe mit einer Polierbürste richtig poliert werden damit sie glänzen. Eine feste Regel gibt es nicht, aber ein paar Tipps für die Polierarbeit und zu den Bürsten.

Viele Fehler werden vor dem Polieren gemacht. Die Folgen sind endloses und anstrengendes Polieren und manchmal ein kompletter Neustart der Schuhpflege.

Wir holen etwas weiter aus und erklären, wie Glanz auf dem Leder der Schuhe entsteht.

Versteht man den Vorgang, können man von Anfang an einige Fehler vermeiden.

 

Schuhe glänzen, wenn das Leder glatt ist

Raue LederoberflächeSo banal wie die Überschrift, so einfach der Vorgang.

Leder hat keine glatte Fläche. Schauen sie die Oberfläche mit einer Lupe an, erkennen sie viele kleine Täler und Berge. Fallen Lichtstrahlen auf die Oberfläche, werden sie in allen Richtungen reflektiert. Ein Teil des Lichts wird von der unstrukturierten Oberfläche geschluckt. Das Leder sieht matt aus.

Rechst im Bild sind die kleinen Berge und Täler an den Übergängen der Lichtreflexe gut zu erkennen.

Glätten wir die Oberfläche werden die Lichtstrahlen besser reflektiert, im Idealfall ist Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel.

Schuhcreme und Schuhwachs enthalten Wachse. Schuhcreme in geringen Anteilen, Schuhwachs in großen Anteilen. Das Wachs zieht nicht in das Leder ein, es bleibt in den kleinen Tälern des Leders hängen und als dünne Schicht auf den Bergen. Nach dem Auftragen von Schuhcreme und Schuhwachs sieht die Oberfläche weiterhin matt aus. Die Schicht ist auf den Bergen und Tälern des Leders verteilt.

Mit einer Polierbürste werden überschüssige Mengen an Wachs, bevorzugt an den Bergen des Leders, abtransportiert und im besten Fall die Täler mit aufgefüllt.

Die Lichtstrahlen werden weniger gestreut. Die geglättete Oberfläche glänzt. 

Ein spezielles Verfahren ist die Wasserglanzpolitur. Durch mehrere Schichten Wachs wird die Oberfläche so weit geglättet, dass sie wie ein Spiegel wirkt. Die vielen kleinen Täler und Berge sind durch die Wachsschicht angeglichen und abgedeckt. Kein Licht wird mehr gestreut.

 Wie Glanz auf Leder entsteht

 

Geringe Mengen Pflegemittel sparen viel Arbeit

Schuhcreme und Schlieren auf dem LederTragen sie Schuhcreme sehr dünn auf. Das Leder kann nicht endlos pflegende Substanzen aufnehmen. Alles darüber bleibt als Schicht auf dem Leder. Sie erkennen es an einer leichten Schlierenbildung (Bild rechts).

Haben sie zu viel Schuhcreme aufgetragen und lassen diese durchtrocknen, ist schweißtreibende Polierarbeit angesagt. Oftmals hilft nur eine komplette Reinigung des Leders.

Sind sie sich mit der Menge an Schuhcreme nicht sicher, nehmen sie nach dem Auftragen ein Schuhputztuch und Polieren sie die Schuhe vor. Bleibt viel Schuhcreme in Tuch, haben sie zu viel Schuhcreme aufgetragen.

Mit etwas Übung bekommen sie ein Gefühl für die richtige Menge. Nicht jedes Leder nimmt gleich viele Pflegemittel auf. Lassen die Schuhcreme nur wenige Minuten ablüften. Ist die Schuhcreme komplett trocken, wird es schwieriger entstandene Schlieren zu beseitigen.

Wollen sie mehr Glanz, kommt das Schuhwachs zum Einsatz. Es wirkt nur auf der Oberfläche des Leders. Das Wachs sorgt gleichzeitig für einen leichten Schutz gegen Nässe und Schmutz.

Bei Schuhwachs ist die Gefahr von Schlieren nicht so groß wie bei Schuhcreme. Sie sollten es trotzdem sehr sparsam verwenden. Alles überschüssige Wachs muss runtergebürstet werden.

Das Schuhwachs glättet ihre Lederfläche mehr als die geringe Menge Wachs in der Schuhcreme. Bei Polieren passiert das gleiche wie bei der Schuhcreme. Überschüssiges Wachs wird abgetragen und die Täler und Berge mit Schuhwachs angeglichen. Die Oberfläche wird glatter und kann die Lichtstrahlen besser reflektieren.

 

Unterschiede bei den Schuhbürsten

Schuhbürsten werden in verschiedenen Herstellungsverfahren, Größen, Haarlängen und Haarbesatz angeboten.

Polierbürsten können maschinell oder im Handeinzug hergestellt werden. Am Glanz werden sie später die Herstellung nicht erkennen. Gute maschinelle Bürsten können viele Jahre halten, gut handeingezogene Bürsten können sie wahrscheinlich noch vererben.

Für das Polieren der Schuhe ist eine Größe von ca. 18 bis 21 Zentimeter eine bewährte Länge. Für kleine Hände ist die 16 Zentimeter Länge noch in Ordnung. Kleinere Bürsten mit 10 bis 14 Zentimeter Länge sind eher für das Reiseetui.

Die Glanzbürsten haben Wildschweinborsten, Schweineborsten, Rosshaar, Ziegenhaar oder Yakhaar. Innerhalb der Borsten und Haare gibt es unterschiedliche Qualitäten. Für die erste Politur muss die Bürste eine gewisse Festigkeit haben, der Besatz einen festen Stand. Es kommen die Wildschweinborsten, Schweineborsten oder Rosshaare zum Einsatz.

In unseren vielen Praxistests haben wir die besten Erfahrungen mit Rosshaarbürsten bei Haarlängen von 22 bis 30 Millimetern, eng bestückt, gemacht.

Rosshaare in den Haarlängen schaffen überschüssige Wachschichten vom Leder, ohne gleich alles Wachs abzukratzen. Zu kurze Bürsten sind zu hart. Zu lange oder nicht eng genug bestückte Bürstenhaare, Ziegenhaarbürsten oder Yakhaarbürsten zu weich.

Aber auch Rosshaare hinterlassen in den Wachsschichten mikrofeine Streifen. Wer noch mehr Glanz möchte, poliert die Mikrostreifen mit einer weichen und feinen Ziegen- oder Yakhaarbürste aus.

 

Polierbürsten

 

Haltung der Bürste und Polieren der Schuhe

Für Messer und Gabel gibt es feste Regeln, bei Schuhbürsten nicht. Halten sie eine Glanzbürste so, wie es ihnen passt. Sie soll bequem und fest in der Hand liegen, bei längerem Polieren wenig anstrengen und vor allem ein gutes Gefühl zwischen Leder und Schuhbürste vermitteln. Sie brauchen das Gefühl zur Bürste, um den Druck auf das Leder zu spüren und regulieren zu können.

Polieren sie mit langen Zügen über das Leder. Kurze Züge schaffen nur Unterbrechungen in den Wachsschichten. Üben sie sehr wenig Druck aus. Das Leder soll poliert und nicht von festsitzendem Schmutz befreit werden.

Mit etwas Übung haben sie schnell die, für sie passende, Haltung und den richtigen Druck auf die Schuhe raus. Sie erhalten eine direkte Rückmeldung über den Glanz der Schuhe.

 

Wie viele Schuhbürsten brauchen sie

In einem anderen Beitrag haben wir das Thema „Wie viele Schuhbürste brauche ich?“ bereits aufgegriffen.

Dazu eine kleine Regel. Je weniger Farben ihre Schuhe haben und je besser sie Schuhcreme und Schuhwachs dosieren können, desto weniger Glanzbürsten brauchen sie.

Haben sie nur schwarze Schuhe, brauchen sie nur eine Glanzbürste. Haben sie mehr Farben und können Schuhcreme und Schuhwachs gut dosieren, brauchen sie wenige Glanzbürsten.

Schwierige Stellen am SchuhEin Beispiel dazu. Sie haben dunkelbraune Schuhe mit Verzierungen (Brogueing). Es bleiben immer Reste von Schuhcreme und Schuhwachs an den Nähten und den Verzierungen haften. Auch in dem engen Winkel zwischen Sohlenrand und Schaftleder sammelt sich Schuhcreme. Alle glatten Flächen können mit einem Tuch vorpoliert werden. In diese problematischen Stellen kommt kein Tuch hinein, dort schaffen es nur die Haare eine Bürste hin, in diesem Fall die Glanzbürste.

Rechts im Bild haben wir die problematischen Stellen mit einem Pfeil markiert.

Nach der Politur ihrer dunkelbraunen Schuhe empfehlen wir nicht, mit der gleichen Bürste die hellbeigen Schuhe ihrer Partnerin zu polieren.

Probieren sie es einfach mal auf eigene Gefahr aus.

 

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